Monteverdichor sang selten zu hörende Werke

Rezension: Herbert Howells: "Hymnus Paradisi",Edward Elgar: "The Music Makers" (Jenaer Philharmonie)

"Traumhaft sicherer
..Dem traumhaft sicheren, ausgewogenen Chor zur Seite stellt sich hier die Altistin Barbara Bräckelmann, die die ganze Bandbreite von ahnungsvoller Ruhe bis zu flammenden Ausbrüchen überzeugend darstellen kann.

Das Publikum war begeistert
An diesem Abend hat die Musik wieder einmal begeistert, auch zum Träumen bewegt, der lange von Bravo-Rufen durchsetzte Beifall, vor allem für den Chor, zeigte das. Dank an den genauen, zuverlässigen Dirigenten Matthias Beckert, der bei der Wiederholung des Konzerts mit dem Hauptpreis 2018 der Stiftung Bücher-Dieckmeyer ausgezeichnet wird. "

Für seine Verdienste um die Kirchenmusik zeichnete die Stiftung Bücher-Dieckmeyer Matthias Beckert mit dem Hauptpreis 2018 aus. Ziel der Stiftung ist die Pflege der Kirchenmusik in Bayern. Stifterin Ingrid-Maria Bücher verlieh den Preis am Sonntag im Rahmen des Konzertes „Hymnus Paradisi“ in Würzburg in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste. Stiftungsvorstand und Laudator Jürgen Konzack beschrieb Beckert als „wahrhaft würdigen Preisträger“. Leidenschaft für Chormusik In Haßfurt geboren und in Westheim aufgewachsen, lernte Matthias Beckert zunächst das Klavierspielen, bevor er Orgelunterricht im Salesianum Haßfurt und von Johannes Eirich erhielt. Nach dem Wechsel an das E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium in Bamberg wurde er vom Organisten an der Oberen Pfarre, Karl-Heinz Böhm, bis zu seinem Studienbeginn in Würzburg unterrichtet. „Schon als Jugendlicher habe ich in Wonfurt eine Schola gegründet, deren Mitglieder später in den Gesangverein Eintracht Wonfurt wechselten“, berichtet Beckert. „Diese Art von Musikmachen begeisterte mich von Anfang an.“ Beim Monteverdichor in Würzburg war er zunächst Stimmprobenhelfer, dann Dirigent. Heute ist er als Dirigent, Chorleiter und Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik Würzburg sowie als Professor für Orchesterleitung an der Hochschule für Musik Detmold tätig und leitet regelmäßig Meisterkurse an der Musikhochschule in Krakau. Er ist bei nationalen und internationalen Wettbewerben ein gefragter Juror. Seit 1998 schreibt Matthias Beckert als Leiter und Dirigent des Monteverdichors Würzburg Erfolgsgeschichte. „Ein Konzert nach eigenen Vorstellungen mit diesem Chor und einem großen Orchester zu dirigieren, ist einfach überwältigend“, sagt er. Seit 2002 leitet er auch das Vokalensemble Cantabile Regensburg. Darüber hinaus ist Beckert regelmäßig als Gastdirigent unterwegs. Mit dem Monteverdichor Würzburg bringt Matthias Beckert schwerpunktmäßig chorsinfonische Werke und Oratorien zur Aufführung. Sein Augenmerk liegt dabei auf Kompositionen der Renaissance bis zur Gegenwart. Häufig widmet er sich bei seiner Auswahl der Wiederbelebung vergessener Meisterwerke, sowie der Erst- und Uraufführung zeitgenössischer Werke im engen Austausch mit den Komponisten. Das Vokalensemble Cantabile Regensburg wurde 1992 als A-cappella-Ensemble für die Musik der Renaissance und Romantik gegründet. Als Beckert 2002 das Ensemble übernahm, verlegte er den Schwerpunkt auf zeitgenössische Musik. Musik als Lebenselexier „Um seine Person und seine Professionalität macht Professor Beckert kein Aufheben“, betonte Laudator Jürgen Konzack. Durch seine Art der Werk-Erarbeitung präge er zukünftige Chorleiter, Instrumentalisten, Dirigenten und Konzertbesucher. Er gebe den Studierenden Offenheit und Neugier mit auf den Weg. Im Zentrum seines Wirkens stehe die Kirchenmusik. Sie sei nach seinem Verständnis in keinem Moment nur schöne Unterhaltung, sondern „Musik der Verkündigung“. „Er schafft es, dass die Sängerinnen und Sänger durch das gesungene Wort in die Rolle der Verkünder schlüpfen“, sagte Konzack. Eine Stärke Beckerts komme in der Konzertreihe „Würzburger Chorsinfonik“ zur Geltung: „Er ist immer auf der Suche nach interessanten Werken jenseits des gängigen Repertoires und nach einem Jahresprogramm, das in sich stimmig, abwechslungsreich, spannend, musikalisch fordernd und für die Zuhörer in jeglicher Hinsicht gewinnbringend, bereichernd ist“. „Musik ist mein Lebenselixier, die Arbeit mit dem Chor ist ein unbeschreibliches Gefühl, geradezu meine Lebensquelle“, sagt Beckert. „Daher werde ich das Preisgeld für die Weiterentwicklung des Monteverdichors verwenden.“ Es sei traurig, Kirchenchöre sterben zu sehen. „Doch es gibt immer noch Menschen, die gerne singen. Also wird die Kirchenmusik auch weiter leben.“

Quelle: https://www.mainpost.de/regional/hassberge/Chormusik-Entdecker-Stiftungen;art513833,9892832#paywallanchor
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Den vollständigen Artikel lesen Sie hier: Mainpost vom 18.02.2018
Autor: Armin Rausche