Aktuelle Konzerte

César Franck: „Die Seligpreisungen“

Konzerte:
Freitag, 16. Juli 2010 um 20:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg
Samstag, 17. Juli 2010 um 20:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg
Chor Flyer
Die »Bergpredigt« aus dem Matthäus-Evangelium war für den Komponisten César Franck das Zentrum seines Glaubens. Er trug schon früh den Gedanken in sich, diese Seligpreisungen zu vertonen. In einem Zeitraum über 10 Jahren wuchs in tiefster religiöser Überzeugung eines der größten musikalischen Meisterwerke des 19. Jahrhunderts. 1879 war sein bestes Werk - wie er selbst es bezeichnete - "Die Seligpreisungen" vollendet.
 

César Franck (* 10. Dezember 1822 in Lüttich, † 8. November 1890 in Paris) zählt zu den wichtigsten französischen Komponisten, Lehrern und Organisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und war der Begründer der Französischen Schule. Diese zeichnet sich durch harmonischen Klangreichtum, einen polyphonischen Stil und, v.a. in den Oratorien, durch ein monumentales Aufgebot an Musikern aus. Nach der ersten musikalischen Erziehung in Belgien trat er 1837 in das Pariser Konservatorium ein, das er bis 1842 besuchte. 1858 wurde Franck der Organist der Kirche St. Clothilde in Paris. Diese Position hatte er bis zu seinem Tode inne.

Der Monteverdichor Würzburg singt unter Leitung seines Dirigenten Matthias Beckert zusammen mit der Mainphilharmonie  "Die Seligpreisungen"  für Pater Engelmar Unzeitig und Pfarrer Georg Häfner. Beide verloren ihr Leben im Konzentrationslager Dachau. 

Video vom Konzertabend:



 
Pater Engelmar Unzeitig, der „Engel von Dachau“, wurde 1911 in Greifendorf im Sudetenland (Tschechien) geboren. Als Spätberufener ging er zu den Missionaren von Mariannhill nach Reimlingen. Nach seinem Noviziat in den Niederlanden studierte er in Würzburg Theologie und Philosophie. In Würzburg wurde er am 6. August 1939 von Bischof Matthias Ehrenfried zum Priester geweiht. Als Pfarrverweser von Glöckelberg im Böhmerwald wurde er 1941 nach der Denuntiation von der Gestapo verhaftet.
 
Pater Unzeitig hatte dafür plädiert, Juden gleiche Rechte wie allen anderen einzuräumen. Er hat hervorgehoben, an Gott zu glauben und Gott mehr zu gehorchen als den Menschen. Nach sechs Wochen Haft in Linz wurde der Pater nach Dachau überstellt. Freiwillig und selbstlos übernahm Pater Unzeitig im Konzentrationslager die Pflege der Typhuskranken in den Todesbaracken. Im Dienst an todeskranken Mithäftlingen wurde er selbst krank und verstarb am 2. März 1945 - kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers. Unzeitigs Asche wurde aus dem KZ von den überlebenden Häftlingen herausgeschmuggelt und am Karfreitag 1945 auf dem Würzburger Hauptfriedhof beigesetzt. 1968 wurde die Urne in eine Seitenkapelle der Herz-Jesu-Kirche der Missionare von Mariannhill in Würzburg übertragen. Am 26. Juli 1991 eröffnete Bischof Dr. Paul-Werner Scheele das Bischöfliche Erhebungsverfahren zur Selig- und Heiligsprechung Pater Engelmars. Am 15. März 1997 wurde das Verfahren abgeschlossen und die Dokumente nach Rom überstellt. 2009 unterzeichnete Papst Benedikt XVI. das Dekret der Heiligsprechungskongregation, das Pater Engelmar Unzeitig den "heroischen Tugendgrad" zuerkennt.

Pfarrer Georg Häfner wurde am 19. Oktober 1900 in Würzburg geboren und erhielt dort am 13. April 1924 in der Michaelskirche die Priesterweihe. Nach Kaplanstätigkeit in Motten (1924), Goldbach und Mürsbach (1925) sowie Altglashütten (1928 bis 1934) wurde er Pfarrer in Oberschwarzach. Sein unbeirrtes und mutiges Eintreten für die Kirche führte nach Denunziationen zu Vernehmungen durch das NS-Regime und schließlich zur Inhaftierung im Oktober 1941. Am 12. Dezember 1941 wurde Häfner in Dachau eingeliefert. Nach unsäglichen Leiden durch Krankheit, Unterernährung und Misshandlung verstarb er dort am 20. August 1942. Seine Urne wurde zunächst am 18. September 1942 im Würzburger Hauptfriedhof beigesetzt. Am 9. Dezember 1982 wurde sie unter Beisein von Bischof Dr. Paul-Werner Scheele in die Krypta der Neumünsterkirche überführt. Am 23. Juli 1992 wurde das Bischöfliche Erhebungsverfahren zur Seligsprechung eingeleitet und am 31. Mai 2002 abgeschlossen. Danach wurden die Unterlagen an die Selig- und Heiligsprechungskongregation in Rom weitergegeben, wo sie geprüft wurden. Am 3. Juli 2009 unterzeichnete Papst Benedikt XVI. das Dekret der Heiligsprechungskongregation, das den Würzburger Priester Georg Häfner (1900-1942) offiziell als Märtyrer anerkennt.


Die Seligpreisungen nach dem Matthäus Evangelium (5,3-12):

3 Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

4 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.

5 Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.

6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.

7 Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.

8 Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

9 Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

10 Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.

11 Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.

12 Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.