Aktuelle Konzerte

Franz Schmidt: "Das Buch mit sieben Siegeln" (1936)

Konzerte:
Freitag, 20. Juli 2007 um 20:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg
Samstag, 21. Juli 2007 um 20:00
in der Neubaukirche Würzburg

Pressestimmen: "Grandiose musikalische Deutung"

Liveaufnahme:  CD Bestellung

Chor Flyer
Videobeitrag zum Konzert "Franz Schmidt: Das Buch mit sieben Siegeln" (Aufführung vom 20. Juli 2007).

Der Ökumenische Hochschulchor präsentiert am 20. und 21. Juli 2007 jeweils um 20 Uhr in der Neubaukirche das gewaltige Oratorium "Das Buch mit sieben Siegeln" des österreichischen Komponisten Franz Schmidt. Schmidts Vertonung der Apokalypse entstand kurz vor seinem Tod im Jahr 1936 und ist wohl das packendste und großartigste Oratorium des 20. Jahrhunderts – ein Meisterwerk, das weit Zurückliegendes zusammenfasst und zugleich weit in die Zukunft stößt! In gewaltigen Bildern wird das Ende der Menschheit beschworen und auf grandiose Weise in eine außergewöhnliche musikalische Sprache übersetzt. Die Schrecken und Wunder der sieben Siegel erstehen vor den Ohren des Zuhörers.
Am 15. Juni 1938 wurde "Das Buch mit sieben Siegeln" in Wien unter großen Beifall uraufgeführt. Der ungewöhnlich hohe Schwierigkeitsgrad des großartigen Werks verhinderte lange Zeit weitere Aufführungen. 70 Jahre nach seiner Vollendung erklingt das bis an die Grenzen des Singbaren führende Monumentalwerk nun zum Jubiläumskonzert des Ökumenischen Hochschulchores in Würzburg.

Die Aufführung verlangt ein großes spätromantisches Orchester mit dreifacher Holz- und vierfacher Bläserbesetzung, Harfe, Pauken, Schlagwerk, Orgel, Solisten und großem Chor. Für die Partie des Johannes konnte der mehrfach preisgekrönte Tenor Robert Morvai und für das Solistenquartett die renomierten Solisten Helen Rohrbach (Sopran), Barbara Bräckelmann (Alt), Lucian Krasznec (Tenor) und Philipp Meierhöfer (Bass) gewonnen werden. Die künstlerische Leitung liegt in bewährten Händen bei Matthias Beckert, Dozent für Chorleitung an der Hochschule für Musik.
Eine Woche vor dem Konzert am Sonntag, den 15.07.2007 wird der Schmidt-Experte Erwin Horn um 15 Uhr im Saal der khg (Hofstallstraße) in das Großwerk einführen.

Nur wenige Zugeständnisse an die Endlichkeit menschlichen Fassungsvermögens machte Franz Schmidt bei seiner Vertonung, hielt sich weitestgehend an die Vorlage: Johannes, berufen durch den Herrn, tritt vor seinen Thron, hat die Vision eines Lammes. Nur das Lamm ist würdig, das Buch in der Hand des Herrn entgegenzunehmen, welches siebenfach versiegelt ist; es schließt dieser 'Prolog im Himmel' mit einem kurzen Dankgottesdienst. Im eigentlichen ersten Teil dann werden die ersten sechs Siegel des Buches geöffnet: Nach der Verkündung der Heilsbotschaft verfällt die Menschheit mehr und mehr in Nacht, Krieg, Krankheit, Verzweiflung und Naturkatastrophen, die Menschheit ist zum größten Teil zugrunde gegangen, nur wenige halten noch im Glauben fest. Der Herr läßt sie ausharren und verspricht ihnen Gerechtigkeit am Tage des Jüngsten Gerichts. Der zweite Teil beginnt mit dem Öffnen des siebten Siegels: Nach einer großen Stille rüsten die sieben Posaunenengel zum Blasen des schauerlichen Appells für das Jüngste Gericht.

Franz Schmidt wurde 1874 in Preßburg geboren, studierte Klavier, Violoncello und Komposition in Wien und spielte als Cellist unter Gustav Mahler am Hofopernorchester und bei den Wiener Philharmonikern, die auch seine ersten symphonischen Kompositionen aufführten. Seine spätromantischen Werke stoßen von der Kontrapunktik kommend in neue harmonische Bereiche vor, seine Orgelkompositionen erinnern an Max Reger. Durch den Tod seiner Tochter Emma 1932 und eigener Krankheit beschäftigten Schmidt mehr und mehr persönlich letzte Fragen, was in dem Oratorium 'Das Buch mit sieben Siegeln' gipfelte.

Wenn es meiner Vertonung gelingt, diese beispiellose Dichtung, deren Aktualität jetzt, nach achtzehneinhalbhundert Jahren, so groß ist wie am ersten Tage, dem Hörer von heute innerlich nahezubringen, dann wird dies mein schönster Lohn sein. (Franz Schmidt)

Video vom Konzertabend: