aktuelles Projekt

Mozartfest 2006 - Jubiliäumskonzert (1938, 1947)

Konzert:
24. Juni 2006 um 20:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg


Chor Flyer

Bereits in früher Kindheit erhielt er den ersten Klavierunterricht durch seinen Vater, einen Klavierlehrer. Im Jahre 1897 begann er ein Studium der Komposition und des Klavierspiels in Frankfurt. Nach Beendigung seines Studiums bekleidete er eine Stellung als Pianist und Klavierlehrer am dortigen Konservatorium. Kurze Zeit später begab er sich nach Berlin, um dort als Komponist und Klavierbegleiter zu wirken. 1908 übernahm er eine Professur an der Akademie für Tonkunst in München. Im Jahre 1920 trat er die Stellung des Direktors des Bayrischen Staatskonservatoriums in Würzburg an; diese hatte er bis 1944 inne. Er starb am Neujahrstag 1948 in Würzburg. Seine kompositorischen Werke umfassen vor allem Orchesterwerke, Chorkompositionen, Theatermusik und Gesangsstücke sowie Etüden und Sinfonien. Als Musikpädagoge genoss er ebenfalls einen herausragenden Ruf. Als sein bedeutendster Schüler ist Carl Orff zu erwähnen. Hermann Zilcher war der gründer des Mozartfest Würzburg.

Die Kantate 'Du aber, Herr, bist unser Vater' op. 111 steht für die beiden letzten großen Werke des süddeutschen Meisters.
Franz Wolfgang Rieppel, Schweizer Schriftsteller und langjähriger Vertrauter ZiIchers schrieb am 24. Juni 1946 an Zilcher:
...So habe ich einmal alle in Frage kommenden Stellen aus dem Buch Jesaja herausgesucht und könnte mir nun einen Text denken, der zunächst die Zerstörung der Städte, des Landes und der Ernten beschreibt, dann jedoch einen Ausblick auf Wiederaufbau, dauerhaften Völkerfrieden und ein Leben in und für die Gerechtigkeit gibt.
Zilcher antwortete: Ganz besonders beeindrucke hat mich Deine Idee des Chorwerkes über das Buch Jesaja! Es interessiert mich ganz besonders und wäre eine herrliche Aufgabe, der gequälten Menschheit ein helfendes,tröstendes, positives Werk zu gehen, ich habe mein ganzes Leben von der Liebe gesungen - und das wäre je die größte Liebe ... richtig und schön wäre es, wenn alle Menschen, einerlei welchen Glaubens und welchen Volkes etc. das singen und miterleben könnten...
Die am 29. August in Schliersee begonnenen Skizzen wurden am 29. September 1946 beendet und in der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 1947 wurde auch die Niederschrift der Partitur zu jenem Werk beendet, von dem er, als er es begann, zu Freunden geäußert hat, es werde sein Vermächtnis.

Im Konzert erklingt noch das "Vater unser" op. 87 und die Sinfonie op. 112.

Das 'Vaterunser' op. 87 wurde 1938 mit großem Aufführungsapparat – Soli, gemischter Chor, Knabenchor, Orchester und Orgel – für ein Chorfest in Frankfurt a. Main geschrieben. Verszeilen von Friedrich Gottlieb Klopstock alternieren mit Abschnitten des biblischen 'Vaterunser'. Das Werk steigert sich zum hymnischen Schluss in strahlendem C-Dur auf den Text: 'Anbetung dir! Vater unser, Vater im Himmel!'

Die 5. Symphonie c-moll aus dem Jahr 1947, mit dem Untertitel '... und dennoch ...', ist die letzte größere Komposition Zilchers. Das zweisätzige Werk variiert im 2. Satz die Melodie des Volksliedes 'Es ist ein Schnitter, der heißt Tod'. Der Satz kulminiert in einem wilden fortissimo-Ausbruch und lang klingenden Tamtam- und Beckenschlag. Es folgt, von schlichtem Streichersatz im pianissimo begleitet, im Altsolo der Sterbechoral von Heinrich Elmenhorst auf die Melodie von Johann Wolfgang Franck (1685) 'Mein Gott ich bin bereit, zum Himmel einzugehen'. Zilchers Symphonie wurde posthum am 6. März 1948 in der Hamburger Musikhalle mit dem Philharmonischen Orchester unter Eugen Jochum uraufgeführt.

Weiter Informationen finden sie unter: www.hermann-zilcher.de