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Gioacchino Rossini: "Petite Messe Solennelle" (1863)

Konzert:
Samstag, 28. Mai 2005 um 20:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg


Chor Flyer
Gioacchino Rossinis letztes großes Alterswerk ist die abendfüllende "PetiteMesse solennelle", die 1863 für die Einweihung der Privatkapelle des Grafen Pillet-Will entstand. Das Werk ist dessen Frau, der Comtesse Louise Pillet-Will gewidmet. Die Uraufführung fand am 14. März 1864 im Salon des Pariser Stadthauses des Grafen nur vor geladenen Gästen statt. Vielleicht waren es die engen räumlichen Verhältnisse, die Rossini zu der auf den ersten Blick etwas ungewöhnlichen, in der französischen Messtradition aber durchaus beliebten Begleitung mit Klavier und Harmonium bewegten.

Allen Berichten zufolge war die kleine, aber auserlesene Zuhörerschaft von Rossinis neuem Meisterwerk überwältigt. Am nächsten Tag wurde die Messe vor einem größeren Publikum, unter dem sich auch Mitglieder der Presse befanden, wiederholt. Ein Jahr später, im April 1865, wurde das Werk noch einmal präsentiert. Diese Aufführung war die letzte, die zu Rossinis Lebzeiten stattfinden sollte.

Der Komponist Giacomo Meyerbeer schrieb am Tag nach der Uraufführung an Rossini: "An den Jupiter Rossini. Göttlicher Meister! Ich kann den Tag nicht vorbeigehen lassen, ohne Ihnen nochmals für das riesige Vergnügen zu danken, das Sie mir dadurch verschafft haben, daß ich Ihre herrliche neue Schöpfung zweimal hören durfte. Der Himmel möge Sie bis zum 100. Jahr bewahren, damit Sie wieder so ein ähnliches Meisterwerk schaffen können, und Gott möge mir ein ähnliches Alter gewähren, damit ich diese neuen Aspekte Ihres unsterblichen Genies hören und bewundern kann!"

Das Werk trägt unverkennbar die Handschrift des Opernkomponisten, zeigt aber auch anhand der kunstvollen Fugen, Rossinis intensive Beschäftigung mit J.S.Bach in seinen letzten Lebensjahren. Diese Stilmischung führte zu einer außergewöhnlichen Vertonung des Messtextes. Mit der Petite messe solennelle zieht Rossini an der Schwelle des Todes ein Fazit seines musikalischen Schaffens. Mit heiterer Traurigkeit tritt er vor seinen Schöpfer wie vor sein Publikum - über seine Messe sagte er: "Ich habe nicht mit Dissonanzen gespart, aber ich habe auch etwas Zucker hinein getan."