aktuelles Projekt

Felix Mendelssohn-Bartholdy: "Elias" (1846)

Konzerte:
Freitag, 19. Juli 2002 um 20:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg
Samstag, 20. Juli 2002 um 20:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg

Mendelssohn sah den eifernden, alttestamentarischen Propheten Elias, den Wundertäter und Widersacher der Baalpriester als "Stark, eifrig, auch wohl bös und zornig und finster, fast zur ganzen Welt im Gegensatz, und doch getragen wie von Engelsflügeln".

Und so hat er ihn uns mit genialer Meisterschaft musikalisch überliefert. Der große Erfolg des "Elias" (Uraufführung 1846 in Birmingham) erklärt sich aus dem hohen idealistischen Anspruch und der für die Zeit neuen Verbindung von weicher Ausdrucksmelodik, von abgerundeten und ausgewogenen, liedhaften klassisch-romantischen Formen mit Elementen des Spätbarocks.

Was aber den "Elias" vor allem auszeichnet, ist die ungeheuere romantische Dramatik. Seine Komposition fällt in eine Zeit, zu der Mendelssohn sich von der allzu glatten klassizistischen Ästhetik seiner früheren Werke abwandte zugunsten des Primats des Ausdrucks. Mit rasenden Orchesterfiguren und peitschenden Rhythmen tobt sich da im Chor "Wehe ihm, er muß sterben" die Volkswut gegen den Propheten aus, Bilder wie die Totenerweckung, das Regenwunder, der Wettstreit mit den Baalpriestern oder die Szene, wenn Elias "im feurigen Wagen mit feurigen Rossen im Wetter gen Himmel" fährt, sind mit unübertroffener Meisterschaft in Musik gesetzt.