aktuelles Projekt

Giovanni Pierluigi da Palestrina: "Missa pro defunctis" (1591)

Konzerte:
Samstag, 21.Juli 2001 um 20:00 Uhr
Stadtpfarrkirche (Gerolzhofen)
Sonntag, 22.Juli 2001 um 20:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg
Giovanni Pierluigi da Palestrina wurde um 1525 in der kleinen, ungefähr 40 km von Rom entfernten Landstadt Palestrina geboren. Man darf annehmen, daß Giovanni Pierluigi, der später den Namen seines Geburtsortes zu seinem eigenen machte, schon sehr früh im Chor des Domes seiner Vaterstadt gesungen hatte, bevor er 1537, also im Alter von ungefähr 12 Jahren, als Chorknabe an der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom Aufnahme fand.
Seine erste Stelle erhielt er 1544 in seiner Heimatstadt als Kapellmeister und Organist. Mit dieser Tätigkeit erwarb er sich die Aufmerksamkeit und Zufriedenheit des Bischofs von Palestrina. 1551 wurde der Organist aus Palestrina von Papst Julius III als Singmeister des Knabenchores und Kapellmeister an die Cappella Giulia nach Rom berufen. Palestrina bedankte sich bei seinem Gönner mit der Widmung des ersten Buches seiner Messen, von denen die erste den Titel "Ecce sacerdos magnus" ("Siehe den hohen Priester") trug.
Im Jahre 1591, zu einer Zeit, in der Palestrina schon weitere vier Bücher mit Messen herausgegeben hatte, erschien eine erweiterte Ausgabe seines ersten Meßbuches. Darin veröffentlichte Palestrina - drei Jahre vor seinem Tod - seine einzige Totenmesse, die "Missa pro defunctis", die wohl für sein eigenes Begräbnis bestimmt war. Vertont sind das Kyrie, das Sanctus, das Agnus Dei I - III und das Offertorium "Domine Jesu Christe". Allen Stücke liegen Überlieferte gregorianische Gesänge der Totenmesse zugrunde, die im Programmheft mit abgedruckt sind. Es ist bewundernswert, wie kunstvoll Palestrina dieses thematische Material in seine fünfstimmige Komposition einarbeitete.


Der Name "Requiem" leitet sich von den Anfangsworten des vertonten Textes der katholischen Totenmesse ab: "Requiem aeternam dona eis domine". Andere Bezeichnungen für diese musikalische Gattung sind die Begriffe "Missa pro defunctis" (lat. "Messe für Verstorbene"), "Messa da requiem" (ital.) oder "Messe des morts" (franz. "Totenmesse").
Die älteste erhaltene Requiemsvertonung ist aus dem Jahre 1493 und stammt von Johannes Ockeghem. 1591 veröffentlichte G. P. da Palestrina seine "Missa pro defunctis", in die er nur die Ordinariumsteile (Gottesdienstteile, die immer im gleichen Wortlaut erklingen: Kyrie, Sanctus, Agnus Dei) und das Offertorium "Domine Jesu Christe" einbezog.
In Gabriel Faurés Komposition erscheint zusätzlich der Introitus "Requiem aeternam", der letzte Vers der Sequenz "Dies irae", die Communio "Lux aeterna", das Responsorium "Libera me" und das Geleitwort "In paradisum", wie in folgender Übersicht zu sehen ist:

Introitus "Requiem aeternam" Fauré  
Kyrie Fauré Palestrina
Sequenz "Dies irae" Fauré
(Nur letzter Vers "Pie Jesu Domine")
Offertorium "Domine Jesu Christe" Fauré Palestrina
Sanctus Fauré Palestrina
Agnus Dei Fauré Palestrina
Communio "Lux aeterna" Fauré  
Responsorium "Libera me" Fauré  
Geleitwort "In paradisum"

Fauré