aktuelles Projekt

Maurice Duruflé: "Requiem", op. 9 für Soli, Chor und Orchester (1947)

Konzerte:
Mittwoch, 26. Juni 2000 um 20:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg
Freitag, 28. Juni 2000 um 17:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg
Maurice Duruflé wurde 11.1.1902 in Louviers geboren. 1920-1928 war Duruflé am Conservatorire in Paris Schüler von Louis Vierne, Jean Gallon, Caussade, Charles Tournemire, Gigout und Paul Dukas. Er erhielt die ersten Preise für Orgel, Harmonielehre, Klavierbegleitung, Fuge und Komposition. 1929-1931 wurde er bei den von den "Amis de l'Orgue" veranstalteten Wettbewerbern preisgekrönt. 1929-1932 war er Stellvertreter von Louis Vierne an der Orgel von Notre-Dame. 1930 wurde er zum Organisten der Kirche Saint-Etienne-du-Mont und 1944 zum Professor für Harmonielehre am Pariser Conservatorire ernannt. Als Virtuose und einfallsreicher Improvisator gab er zahlreiche Konzerte in Europa und Amerika. Er starb am 16.6.1986 in Paris.

Besetzung: Soli (Mezzosopran / Bariton); Chor (SATB); Streichorchester, 3 Trompeten, 2-4 Kesselpauken, Harfe, große Orgel / Entstehungszeit: September 1947

Das Requiem ist in einem tröstenden kontemplativen Charakter komponiert und gibt dramatischen Passagen nur wenig Raum. Daher herrscht eine sanfte, spirituelle Atmosphäre vor. Die farbenreiche Orchestrierung erinnert dabei an den französischen Impressionismus. Originell ist vor allem die Verwendung der Melodien der gregorianischen Totenmesse, die in jedem Teil wiederzuerkennen sind und den musikalischen Verlauf bestimmen. Während in einigen Teilen (z.B. In Paradisum) die gregorianischen Melodien unverändert übernommen und bloß mit einer originellen Harmonisierung versehen sind, werden sie an anderer Stelle zuerst zitiert, dann aber umspielt, variiert oder durchgeführt (z.B. Domine Jesu Christe) Bemerkenswert ist zudem, daß die charakteristische, geschmeidige Rhythmik der Gregorianik mit akkuraten Taktwechseln sehr genau nachgeahmt wird. Die Eigentümlichkeit des Requiems besteht in der höchst persönlichen Synthese solch heterogener Einflüsse wie gregorianischer Melodik, barocker Polyphonie und impressionistischem Klangbild. Als bedeutendes Werk von Maurice Duruflé wird sein Requiem für Soli, Chor, Orgel und Orchester weltweit anerkannt.