aktuelles Projekt

Henry Purcell: "Dido und Aeneas" (1689 )

Konzert:
1996
in der Neubaukirche Würzburg


Henry Purcells »Dido und Aeneas«

1689 wurde Purcells einzige und für seine Zeit einzigartige Oper uraufgeführt. Erzählt wird die Geschichte aus dem 4. Buch der Aeneis von Vergil: Aus dem brennenden Troja vertrieben, macht Aeneas auf der Reise nach Italien Station bei der karthagischen Kön igin Dido, die sich in ihn verliebt. Um die Verbindung zwischen den beiden zu verhindern, erteilt ihm eine Zauberin durch ihren treuen Gnom in Gestalt des Göttersohnes Merkur den Auftrag, weiterzuziehen und Italien zu erobern. Getreu römischem Opfersinn st ellt Aeneas sein persönliches Glück hinten an, um der scheinbar göttlichen Mission zu folgen. Als er sich schließlich doch entschließt, bei Dido zu bleiben, weist diese ihn aus Stolz zurück und stirbt an gebrochenem Herzen

»The Gordian Knot«

Der Begriff »madrigal comedy« beschreibt eine in der Renaissance übliche Verknüpfung verschiedener - inhaltlich zusammenpassender - Chorsätze auch in Kombination mit Musikstücken. In diesem Fall also stammen die vier- bis fünfstimmigen Lieder von dem Komponisten Thomas Morley und wechseln sich ab mit den Sätzen einer Orchestersuite von Purcell, die den Titel »The Gordon Knot« trägt. Sie ist vermutlich der einzige erhaltene Teil einer vollständigen Oper mit dem gleichen Titel.

Zu hören sein wird die Madrigalkomödie zwischen den beiden Akten von »Dido & Aeneas«. Hierbei wird zurückgegriffen auf die ebenfalls aus der Renaissance stammende Tradition des »Intermedio«. Zu dieser Zeit gab es einerseits noch keine Bühnenvorhänge, die den Aktschluß eines Schauspiels anzeigten, andererseits wechselte auch das Bühnenbild nicht. Um trotzdem die Akte deutlich zu trennen, entstand das Intermedio: in seiner einfachen Form waren es Musikstücke, die zwischen den Akten gespielt wurden. Es gab aber auch solche mit Tanz, Schauspiel, dressierten Tieren und anderen möglichst spektakulären Darbietungen. Die angekündigte »madrigal comedy« ist also in dieser Tradition als Intermedio zu verstehen.

Gesungen wird sie von einem Teil des Chores (ca. 30 Personen). Der ganze Chor wird bei »Dido & Aeneas« zu hören sein.