aktuelles Projekt

Carl Orff: "Carmina Burana"

Konzert:
1996
in der Neubaukirche Würzburg


Monteverdichor Würzburg
Leitung: Christoph Dartsch und Markus Detterbeck

Prof. Martin Dombrowski, Norbert Schuh (Klavier)
Doris Döllinger (Sopran)
Alexander E. Osthelder (Altus)
Thomas A. Bauer (Bariton)
Alexander E. Osthelder (Altus)
Ökumenischer Kinderchor, Höchberg (Kinderchor)

Carl Orff (1895-1982) wurde am 10. Juli 1895 in München geboren. Erste musikalische Eindrücke und Unterweisung erhielt er als Kind im Elternhaus. Nach dem Gymnasium studierte er bis 1914 in München, war 2 Jahre Kapellmeister an den Münchener Kammerspielen und 1918/ 19 an den Theatern in Mannheim und Darmstadt. Seine frühen Kompositionen waren von Debussy, Strauss und Pfitzner beeinflußt. 1921 ergänzte Orff seine Studien bei Heinrich Kaminski und gründete 1924 in München eine Schule für Gymnastik, Tanz und Musik. Mit dem Klavierbauer Karl Maendler entwickelte er das »Orffsche Instrumentarium« (verschiedene Arten von Schlagzeugen) zur Realisierung seines Schulwerks (bis 1980 in 17 Sprachen übersetzt), das "als elementare Musikübung" an den Schüler "Urkräfte und Urformen der Musik heranführen" will.

Außerdem leitete Orff den Münchener Bachverein. Die 1937 entstandenen Carmina Burana sah er zu Recht als den Beginn seines eigenständigen Kompositionsstils an; bis auf wenige Ausnahmen zog er die davor entstandenen Werke zurück. 1950 - 60 leitete Orff eine Meisterklasse für Komposition an der Münchener Musikhochschule. 1961 übernahm er die Leitung des "Orff Instituts" in Salzburg.
Hochgeehrt starb er 1982 in München.

Die verschiedenen Spielarten szenisch bestimmter Musik waren neben den musikerzieherischen Bestrebungen des Schulwerks als deren Grundlage der Mittelpunkt im Orffschen Schaffen. Seine Musik war und ist Gegenstand kontroverser Diskussionen: "Den Avantgardisten ist er zu konservativ, den Konservativen zu wild." (August Everding). Die Einheit von Sprache, Musik, szenischer Darstellung und ihrer Wirkung beschrieb Orff einmal folgendermaßen: "Die Magie der Sprache ist schon Musik, musikalisch empfindbar. Und sie ist stark, sehr stark. Die Sprache steht hinter den Dingen. Man muß sie noch nicht einmal verstehen, um diese ihre Magie aufnehmen zu können. In diesem Sinn und in ihrer allgemeinen Verbindlichkeit sind die toten Sprachen die lebendigsten, die es gibt, die kommunikativsten. Sie wirken in der ganzen Welt."

Michel Hofmann ( 1903 - 1968) arbeitete als Archivassessor am Münchner Hauptstaatsarchiv. Carl Orff lernte er durch seine Mitwirkung im Münchner Bachverein, der musikalisch von Karl Marx (1897 - 1985) betreut wurde, kennen. Letzterer hatte den Komponisten zur Zusammenarbeit eingeladen. Zwischen Hofmann und Orff entwickelte sich in der Entstehungszeit der Carmina Burana ein langer Briefwechsel, in dem der Archivar den Komponisten in Textfragen beriet.