aktuelles Projekt

Franz Schmidt: "Das Buch mit sieben Siegeln" (1936)

Konzerte:
Samstag, 20. Februar 2010 um 20:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg
Sonntag, 21. Februar 2010 um 17:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg
Chor Flyer
Der Monteverdichor Würzburg präsentiert im  Jahr 2010 wiederholt das gewaltige Oratorium "Das Buch mit sieben Siegeln" des österreichischen Komponisten Franz Schmidt. Das Meisterwerk erklingt am Samstag, den 20.Februar 2010 um 20 Uhr und am Sonntag den 21. Februar 2010 um 17:00 Uhr  im Rahmen "Endspiel – Würzburger Apokalypse 2010“ der Diözese und der Katholische Akademie Domschule erneut in der Neubaukirche nach der grandiosen Aufführung des Monteverdichors Würzburg im Jahr 2007.

Schmidts Vertonung der Apokalypse entstand kurz vor seinem Tod im Jahr 1936 und ist wohl das packendste und großartigste Oratorium des 20. Jahrhunderts – ein Meisterwerk, das weit Zurückliegendes zusammenfasst und zugleich weit in die Zukunft stößt! In gewaltigen Bildern wird das Ende der Menschheit beschworen und auf grandiose Weise in eine außergewöhnliche musikalische Sprache übersetzt. Die Schrecken und Wunder der sieben Siegel erstehen vor den Ohren des Zuhörers.

Am 15. Juni 1938 wurde "Das Buch mit sieben Siegeln" in Wien unter großen Beifall uraufgeführt. Der ungewöhnlich hohe Schwierigkeitsgrad des großartigen Werks verhinderte lange Zeit weitere Aufführungen. 70 Jahre nach seiner Vollendung erklingt das bis an die Grenzen des Singbaren führende Monumentalwerk nun erneut als Darbietung des Monteverdichores Würzburg.

Die Aufführung verlangt ein großes spätromantisches Orchester mit dreifacher Holz- und vierfacher Bläserbesetzung, Harfe, Pauken, Schlagwerk, Orgel, Solisten und großem Chor.
Nur wenige Zugeständnisse an die Endlichkeit menschlichen Fassungsvermögens machte Franz Schmidt bei seiner Vertonung, hielt sich weitestgehend an die Vorlage: Johannes, berufen durch den Herrn, tritt vor seinen Thron, hat die Vision eines Lammes. Nur das Lamm ist würdig, das Buch in der Hand des Herrn entgegenzunehmen, welches siebenfach versiegelt ist; es schließt dieser 'Prolog im Himmel' mit einem kurzen Dankgottesdienst. Im eigentlichen ersten Teil dann werden die ersten sechs Siegel des Buches geöffnet: Nach der Verkündung der Heilsbotschaft verfällt die Menschheit mehr und mehr in Nacht, Krieg, Krankheit, Verzweiflung und Naturkatastrophen, die Menschheit ist zum größten Teil zugrunde gegangen, nur wenige halten noch im Glauben fest. Der Herr läßt sie ausharren und verspricht ihnen Gerechtigkeit am Tage des Jüngsten Gerichts. Der zweite Teil beginnt mit dem Öffnen des siebten Siegels: Nach einer großen Stille rüsten die sieben Posaunenengel zum Blasen des schauerlichen Appells für das Jüngste Gericht.

Franz Schmidt wurde 1874 in Preßburg geboren, studierte Klavier, Violoncello und Komposition in Wien und spielte als Cellist unter Gustav Mahler am Hofopernorchester und bei den Wiener Philharmonikern, die auch seine ersten symphonischen Kompositionen aufführten. Seine spätromantischen Werke stoßen von der Kontrapunktik kommend in neue harmonische Bereiche vor, seine Orgelkompositionen erinnern an Max Reger. Durch den Tod seiner Tochter Emma 1932 und eigener Krankheit beschäftigten Schmidt mehr und mehr persönlich letzte Fragen, was in dem Oratorium 'Das Buch mit sieben Siegeln' gipfelte.

Videobeitrag zum Konzert "Franz Schmidt: Das Buch mit sieben Siegeln" (Aufführung vom 20. Juli 2007).


Wenn es meiner Vertonung gelingt, diese beispiellose Dichtung, deren Aktualität jetzt, nach achtzehneinhalbhundert Jahren, so groß ist wie am ersten Tage, dem Hörer von heute innerlich nahezubringen, dann wird dies mein schönster Lohn sein. (Franz Schmidt)