aktuelles Projekt

Zsolt Gárdonyi: „Die Verkündigung" für Sopransolo, Chor und Orchester

Konzerte:
Freitag, 10. Juli 2009 um 20:00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg
Samstag, 11. Juli 2009 um 20.00 Uhr
in der Neubaukirche Würzburg
Chor Flyer
Der Monteverdichor Würzburg widmet sich 2009 dem Würzburger Komponisten Prof. Dr. h.c. Zsolt Gárdonyi (*1946)  und wird erstmalig „Die Verkündigung" in Würzburg aufführen. Der Monteverdichor präsentiert seinen Konzertgästen damit wertvolle zeitgenössische Musik. Der  Universitätsbund Würzburg  fördert dieses besondere Konzert des Monteverdichors.

Prof. Dr. h.c. Zsolt Gárdonyi (*1946)    

wurde am 21. März 1946 in Budapest als Sohn des einstigen Kodály- und Hindemith-Schülers Zoltán Gárdonyi geboren. Sein Vater wirkte von 1941 bis 1967 als Professor an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Budapest und gilt heute als eine der herausragenden Gestalten in der protestantischen Kirchenmusik des 20. Jahrhunderts.

Zsolt Gárdonyi war mit neunzehn Jahren Preisträger des Hochschulwettbewerbes Budapest sowohl im Fach Orgel als auch im Fach Komposition. 24-jährig hauptamtlicher A-Kirchenmusiker in Wildeshausen (Oldenburg), mit 34 Jahren Professor für Musiktheorie an der Hochschule für Musik in Würzburg. Rege internationale Konzerttätigkeit als Organist, 1979 Bayerischer Kompositionspreis. Gastvorlesungen und Leitung von Meisterkursen an zahlreichen europäischen und amerikanischen Hochschulen, Kompositionsaufträge sowie Rundfunk- und CD-Produktionen im In- und Ausland, vielfältige musiktheoretische Veröffentlichungen. Forschungsschwerpunkte: Harmonik des 19. und 20. Jahrhunderts sowie die Zusammenhänge zwischen Komposition, Interpretation, Analyse und Improvisation.

Im Juni 2000 wurde Zsolt Gárdonyi für sein kirchenmusikalisches Schaffen die Ehrendoktorwürde der Reformierten Theologischen Universität Debrecen (Ungarn) verliehen.

Zsolt Gárdonyi: „Die Verkündigung" für Sopransolo, Chor und Orchester

Das Werk besteht aus fünf Meditationen über „Der Engelsgruß" von Veit Stoß (1518), eines der bedeutendsten Kunstwerke im süddeutschen Raum, befindet sich im Altarraum der St. Lorenz-Kirche in Nürnberg.

I GEBURT CHRISTI
Nach dem Lobgesang der Maria („Magnificat" - „Meine Seele erhebt den Herren' / Lukas I) verarbeitet der Chorsatz einige Kernstrophen der weihnachtlicher Kirchenlieder, umgeben von den Fanfaren-Vorboten der „guten Mär".

II ANBETUNG DER KÖNIGE
beruht auf dem bekannten „Herbei, o ihr Gläubigen" („Adeste fideles"). Diese von den Posaunen und Hörnern getragene Melodie korrespondiert mit einem mehrfach wiederkehrenden, jubelnd-heiteren Motiv der Chorstimmen und der Holzbläser.

III AUFERSTEHUNG CHRISTI
Als Motto dieses Satzes intonieren die Röhrenglocken den Ostervers „Jesus Christus unser Heiland, der den Tod überwand". Der Dialog zwischen den Frauen am Grab und dem Engel („Wo find ich denn den Herren mein? - Er ist erstanden!") mündet in die Halleluja-Rufe aller Vokal- und Instrumentalstimmen. Mit dem Text von „Christ lag in Todesbanden" kommentieren Sopransolo und Chor die Auferstehung; die österliche Freude läßt im Orchesterklang wieder die Glocken aufleuchten.

IV HIMMELFAHRT CHRISTI
Der Orchestersatz - überwiegend Celesta, Harfe, Vibraphon, hohe Streicherfarben - hat die aphoristische Kürze jener Bibelstelle, die von der Himmelfahrt Christi berichtet und deutet das Geschehen so an, wie es auf dem gleichnamigen Medaillon im Engelsgruß des Veit Stoß zu sehen ist: vom aufwärtsgerichteten Blick der Jünger gefolgt, sind am oberen Bildrand nur noch die Füße des Emporschwebenden zu erkennen.

V AUSGIESSUNG DES GEISTES
Dreimaliges Auftreten des altkirchlichen Hymnus „Veni creator spiritus" der in der deutschen Fassung: „Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist". Als Antwort auf diese Bitte vollzieht sich in der eigentlichen Kernszene des Pfingstwunders die Ausgießung des Geistes: „ ... es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel . . . und sie wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen in anderen Zungen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen". (Apostelgeschichte 2,2-4).