aktuelles Projekt

Francis Poulenc "Gloria"

Konzerte:
Samstag, 07. Februar 2009 um 20:00
in der Neubaukirche Würzburg
Sonntag, 08. Februar 2009 um 17:00
in der Neubaukirche Würzburg
Chor Flyer
Francis Poulenc (1899 - 1963) gehört zu den bedeutendsten und meistaufgeführtesten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine Mutter war eine talentierte Pianistin, die ihm bereits in jungen Jahren Klavierunterricht  erteilte, sein Vater - ein gläubiger Katholik - in der pharmazeutischen Industrie tätig.

Mit dem Tod des Vaters wendete Francis Poulenc sich von religiösen Themen ab und ließ sich von populären Melodien beeinflussen. Eine charmante Vulgarität erschien ihm wichtiger als das vorgeblich tiefe Gefühl der  Romantik.

Dies änderte sich schlagartig 1935 nach einem Unfalltod eines Freundes. Poulenc besuchte daraufhin den Wallfahrtsort Rocamadour. In den folgenden Jahren fand er zurück zu seinen früheren Arbeiten  und widmete sich verstärkt der Kirchenmusik. In seinen Kompositionen schlug sich das in einer Reihe geistlicher Werke wie dem "Gloria" nieder, die als seine wichtigsten Arbeiten gesehen werden.

"Jetzt ist es nötig, sich auf das Gloria zu richten. Genug Schmerz, genug Leidenschaft! Zugegeben, vom Stabat Mater an bis zur Voix Humaine war das Leben nicht zum Lachen, aber ich denke, dass all die schmerzlichen Erfahrungen zu meiner Bewährung nötig waren. Jetzt ist es genug, Friede!.... Friede!"
Poulenc spielt in diesem Brief vom Juni 1959 an Simone Girard auf die Verluste aus seinem Freundeskreis in den vergangenen zehn Jahren an: Jacques Thibaud, Paul Eluard, Arthur Honegger, sein Partner Julien Roubert und andere mehr.

Über den Stellenwert, den die Chormusik in seinem Gesamtwerk einnimmt, äußerte Poulenc kurz vor seinem Tod im Jahre 1963: "Ich glaube, ich habe den besten und glaubwürdigsten Aspekt meiner selbst in meine Chormusik eingebracht. Nehmen Sie mir meine Unbescheidenheit nicht übel, aber ich habe das Gefühl, auf diesem Gebiet wahrhaftig etwas Neues beigetragen zu haben."

Poulencs Musik spiegelt die neoklassizistische Tendenz seiner Zeit wider. Sie ist voller Charme, feinem Humor und aparter Harmonik. Seine Lebenslust reflektiert sich in der Verwendung von kirmes- und zirkusähnlichen Klängen.
Hierzu integriert er Stilmittel der Renaissance (A-cappella-Technik, archaisierende Quintparallelen, modale Wendungen) zu einem äußerst farbigen Gesamteindruck.

Sein "Gloria" gehört zu den am meisten aufgeführten Chorwerken des 20. Jahrhunderts. Poulenc selbst ist einer  bedeutensten Komponisten der französischen Chormusik des 20. Jahrhunderts.

Video vom Konzertabend: