Intensives musikalisches Erlebnis

Rezension: Wilfried Hiller: "Theresienstädter Tagebuch, Ijob, Hoffnung"

Die Hoffnung und der Wunsch nach Liebe gehören zusammen. Sie sind das verbindende Element, das sich wie eine Klammer um die drei Teile des Konzerts "Hoffnung" des Monteverdichors Würzburg unter Leitung von Matthias Beckert legte. Es war eine vielumjubelte Uraufführung in der Neubaukirche, als Wilfrieds Hillers gleichnamiges Werk in seinem Beisein durch die Geigerin Arabella Steinbacher und die Sopranistin Margriet Buchberger erklang. ...

In starkem Kontrast dazu stehen die beiden ersten Stücke des Abends, das Monodram "Ijob", das Hiller dem damals bereits 67-jährigen Tenor Lorenz Fehenberger gewidmet hat und der 1979 die Titelpartie sang. Diesen Part übernimmt bei der Würzburger Aufführung Hubert Nettinger, der die Dramaturgie der Ausweglosigkeit und Verzweiflung, aber auch der Hoffnung und des Vertrauens auf Gott in seiner Stimme gelungen zum Ausdruck bringt.

...Beklemmend auf die Zuhörer wirkt der Liederzyklus "Theresienstädter Tagebuch", den der Frauenchor des Monteverdichors und das Orchester Nuova eindrucksvoll darboten. Nur 250 der 15 000 Kinder von Theresienstadt überlebten die Inhaftierung durch die Nazis. Die Texte der jüdischen Kinder stecken voller Angst und Perspektivlosigkeit. Und doch spiegeln sie in anderen Kriegsgebieten der heutigen Zeit Schrecken und Verzweiflung wider, die Kinder und Erwachsene durchleben müssen. Mit der Musik gelingt es dem Orchester unter Prof. Matthias Beckert, Trauer und Leid zum Ausdruck zu bringen. Dazwischen blitzt im fröhlichen Spiel der Klarinette die Hoffnung durch, die aber durch die Marschmusik bei "Papa ist fort" wieder zunichtegemacht wird. Mit langanhaltendem Applaus bedankten sich die Zuhörer für ein intensives musikalisches Klangerlebnis in Variationen über die "Hoffnung".

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier: Fränkische Nachrichten vom 23.03.2016
Autor: dib