Dichtes und eindringliches Klanggemälde zur Passion

Rezension: Frank Martin: "Golgotha"

Eine ganz besondere Einstimmung auf die Fastenzeit erlebten die Zuhörer beim Konzert des Würzburger Monteverdi-Chors und der Nürnberger Symphoniker. Unter der Leitung von Prof. Matthias Beckert erklang das nur selten aufgeführte Oratorium "Golgotha" des Schweizers Frank Martin in der Neubaukirche.

Wie Rembrandts Bild des Gekreuzigten, das Martin als Grundlage seiner in weiten Strecken homofonen Komposition nahm, lässt er Christus als Licht und Sieger über das Dunkel des Tods erscheinen - klangvoll und mit großer Virtuosität umgesetzt von Sängern und Orchester. Schon der Einleitungssatz mit dem von Chor innig vorgetragenen dreifachen Ruf "Vater" war ein vertontes Zeugnis des Glaubens. Chor, Orchester sowie die Solisten Anna Nesynba (Sopran), Barbara Bräckelmann (Alt), Jan Sulikowski (Tenor), Johannes Weinhuber (Bariton) und Philipp Meierhöfer (Bass) ließen die Zuhörer teilhaben an der ungewöhnlichen und nicht immer einfachen Tonsprache des Komponisten: Scharfe Dissonanzen, die gerade der Sopranistin ein großes Können abverlangten, wechselten sich ab mit kraftvollen Rhythmen, gregorianische Psalmmelodien mit Klängen, die der Zwölfton-Musik entliehen sind. Hohe Konzentration war von allen Musikern gefordert, die Spannung im Kirchenraum spürbar.

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier: Fränkische Nachrichten vom 16.02.2016
Autor: D. Seufert