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Bericht: Franz Liszt: "Christus"

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Der Würzburger Priester Georg Häfner musste im Konzentrationslager Dachau den Hungertod sterben, nachdem er die Nationalsozialisten von der Kanzel herunter als braune Mistkäfer beschimpft hatte. Am Sonntag wird er im Dom zu Würzburg selig gesprochen. Der Monteverdichor umrahmt die Feierlichkeiten mit zwei Konzerten.

Der Würzburger Monteverdichor fühlt sich der Lebens- und Leidensgeschichte von Pfarrer Georg Häfner eng verbunden. Schon vor einem Jahr hatte er in Gedenken an Häfner die Seligpreisungen von Ceasar Frank aufgeführt. Jetzt singt er Liszts größtes Oratorium. Bezüge zu Häfner sieht Chorleiter Matthias Beckert zur Genüge. So war Franz Liszt selbst geweihter Priester, der die Vorlagen aus der geistlichen Literatur mit großer Innigkeit umzusetzen wusste.


Ein Leben für den Glauben und die Nächstenliebe

In Oberschwarzach, der Pfarrei Georg Häfners, ist inzwischen Stefan Mai Pfarrer, der fünfte nach Häfner. Bei einem Besuch des Konzentrationslagers Dachau im Februar hat sich Stefan Mai seine Gedanken über Georg Häfner gemacht.

Zitat: "Wenn ich so dran denk an den Georg Häfner frag ich mich immer, wenn's ans Eingemachte ging bei Dir, welche Kraftreserven, welche Wurzeln hättest Du, die Dich das durchhalten ließen. Die konnten über ihn  lachen, wenn er auf dem Appellplatz gebetet hat, er ging zur Arbeit, hat gebetet, die anderen haben gelacht. Seine Mitgefangenen haben geflucht über die SS, und er hat für sie gebetet. Also diese Spiritualität trägt durch von Oberschwarzach bis hierher dann."

Das "Christus Oratorium"

Die Geburt, das Wirken und die Passion Christi, hat Franz Liszt in seinem monumentalen Oratorium vertont, an dem er über 20 Jahre arbeitete. "Christus" gilt als eines der bedeutendsten Oratorien des 19. Jahrhunderts und berührt mit gregorianischen Motiven und farbigen, expressiv romantischen Klängen.

14 Szenen aus der Heilsgeschichte wählte Franz Liszt für die Komposition, die er als symphonische Dichtungen formte. Im Zentrum des Oratorium steht das "Vater Unser" und die Vertonung der "Seligpreisungen".
Erfolgreicher Hochschulchor

Der Monteverdichor Würzburg ist ein erfolgreicher Konzertchor aus Studenten und Alumnis der Universität Würzburg und der Hochschule für Musik Würzburg. Seit 1998 leitet Matthias Beckert, Dirigent und Dozent für Chorleitung an der Hochschule für Musik Würzburg, den renommierten Chor, der in Fachkreisen geschätzt und von den Medien gelobt wird.

2007 wurde der Monteverdichor Würzburg mit der Kulturmedaille der Stadt Würzburg ausgezeichnet. Zwei Jahre später erfolgte die Würdigung beim Bayerischen Chorwettbewerb mit dem Prädikat "sehr gut" und der Weiterempfehlung zum Deutschen Chorwettbewerb 2010 in Dortmund. Dort wurde der Monteverdichor ebenfalls mit dem Prädikat "sehr gut" ausgezeichnet und zählt mit einem hervorragenden 2. Preis deutschlandweit zu den Spitzenchören.

Quelle: BR Klassik