Ovationen für Penderecki in Würzburg

Rezension: Krzysztof Penderecki: „Seven Gates of Jerusalem“

Stehende Ovationen erntete der weltberühmte Komponist Krzysztof Penderecki nach der von ihm selbst dirigierten Aufführung seiner Siebten Symphonie, betitelt „Seven Gates Of Jerusalem“ („Die sieben Tore von Jerusalem“). Das Konzert im ausverkauften Dom stand ganz im Zeichen deutsch-polnischer Völkerverständigung.

Die 250 Musiker stammen je zur Hälfte aus Polen und Deutschland, von der Akademia Muzyczna w Krakowie, der Hochschule für Musik Würzburg sowie vom Monteverdichor Würzburg. Am heutigen Montag führen Polen und Deutsche das Werk in Rzsesów, 150 Kilometer östlich von Krakau, abermals auf.

Dass die Würzburger Erstaufführung ein Triumph in völkerverbindender ebenso wie in musikalischer Hinsicht wurde, war vor allem den großartigen jungen Musikern zu verdanken. Der stimmgewaltige Chor (Einstudierung: Matthias Beckert, Würzburg und Lidia Matynian, Krakau) meisterte nicht nur die kräftigen Unisono-Stellen zu Beginn und am Ende des packenden siebensätzigen Werkes. Gerade auch im a cappella vorgetragenen „De Profundis“ glänzten die Sängerinnen und Sänger mit Präzision und rundem Gesamtklang.

Fantastisch war die Leistung der Musiker insbesondere in dem äußerst vertrackten Scherzo-Satz „Lauda, Jerusalem“. Hier kamen auch die berühmten Tubafone zum Einsatz; das sind Instrumente, die eigens für dieses Stück gebaut werden mussten. Sie bestehen aus unterschiedlich langen Plastik-Wasserrohren, die wie waagerechte Orgelpfeifen angeordnet sind, mit tischtennisschlägerartigen Schlägeln gespielt werden und einen volltönenden, tiefen Klang ergeben.

Instrumentalisten und Sänger setzten das präzise Dirigat des bald 77-jährigen Komponisten professionell und sicher um. Unter den Solisten zeigte die ergreifendste, ja erschütterndste Leistung der Rezitator Adam Robert Kesselhaut aus Würzburg, der den hebräischen Text der biblischen Ezechiel-Auferstehungsvision von der Kanzel aus vortrug.

Fantastisch präsentierten sich die Solisten Izabela Matula, Anna Nesyba, Sonja Koppelhuber, Adam Zdunikowski und Yoontaek Rhim. Der Abend war der Höhepunkt der Veranstaltungsreihe „Endspiel – Würzburger Apokalypse 2010“.

Bilder vom Konzertabend in Würzburg:



Komponist und Dirigent Krzysztof Penderecki mit Solisten, Orchester und Chor



Komponist und Dirigent Krzysztof Penderecki mit Solisten, Orchester und Chor



Komponist und Dirigent Krzysztof Penderecki mit Orchester und Chor



Dirigent Maestro Krzysztof Penderecki und Matthias Beckert, Dirigent des Monteverdichors Würzburg



Dirigent Maestro Krzysztof Penderecki und Matthias Beckert, Dirigent des Monteverdichors Würzburg



Dirigent Maestro Krzysztof Penderecki und Matthias Beckert, Dirigent des Monteverdichors Würzburg

Video vom Konzertabend in Würzburg:

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier: Mainpost vom 15.11.2010
Autor: Frank Kupke