Von festlicher Barockmusik bis zeitgenössisch...

Zeitungsbericht: William Walton: "Belshazzar's Feast"

Seit Oktober bereitete sich der Monteverdichor Würzburg auf ein äußerst anspruchsvolles Werk vor, das 1931 geschriebene Oratorium „Belshazzar’s Feast“ des englischem Komponisten Sir William Walton (1902-1983); hierbei handelte es sich um eine Würzburger Erstaufführung. 

Dies verlangte von den Mitwirkenden äußerste Konzentration durch seine Vielschichtigkeit, die komplizierten Verzahnungen und die doppelchörige Struktur. Für diese außergewöhnliche Aufführung, die kombiniert war mit Francis Poulenc’s „Gloria“, hatten die über 100 Sängerinnen und Sänger wöchentlich mindestens einmal geprobt. Hinter dem Chor-Namen aber vermutet man eher eine kleinere, solistisch besetzte Formation, die sich hauptsächlich der Alten Musik widmet. Denn Claudio Monteverdi (1567-1643) gilt als der Schöpfer der frühen Oper. Doch die vielen Studierenden und Ehemaligen der Würzburger Universität beherrschen ein Repertoire von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert. 

Für seine Leistungen wurde der Monteverdichor 2007 mit der Kulturmedaille der Stadt Würzburg ausgezeichnet. Seit 1998 leitet Matthias Beckert mit großem Erfolg den Monteverdichor. Nach dem Studium der Schulmusik, Kirchenmusik, Orchester- und Chorleitung wirkt er nun als Dozent für Chorleitung an der Musikhochschule Würzburg, ist seit 2007 auch Chordirektor in Suhl. Er ließ aufhorchen mit der ersten werkgetreuen Aufführung von Bachs Matthäuspassion durch den Monteverdichor in Würzburg und gestaltete mit ihm zum Mozartfest 2006 das Jubiläumskonzert mit Werken von Hermann Zilcher sowie das Würzburger Gedenkkonzert 2008 zum 16. März.

Auch auf eine CD-Einspielung kann der Chor schon verweisen, nämlich vom Oratorium „Die Geburt Christi“ von Heinrich von Herzogenburg. Nach der Riesenaufgabe von Waltons Werk, ist für 2009 nun wieder etwas aus dem Bereich der festlichen Barockmusik geplant, nämlich Händels „Israel in Egypt“; aber auch die Moderne wird nicht vernachlässigt: Zwei Werke des Schweizer Komponisten Frank Martin (1890-1974) stehen ebenfalls auf dem Programm