Kulturmedaillen verliehen

Zeitungsbericht: Kulturmedaillen 2008

Ein gutes Beispiel für die Vielfältigkeit der Würzburger Kulturlandschaft war die Verleihung der Kulturmedaillen im voll besetzten Ratssaal. Das galt sowohl für die Ausgezeichneten als auch für die Vertreter zahlreicher kultureller Institutionen und Initiativen im Publikum.

Mit Oskar Vogel, dem Ehepaar Toyka und der Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens (VKU) wurden Personen bzw. eine Institution geehrt, die auf ganz unterschiedliche Weise zur Belebung des Kulturlebens der Stadt beitragen.

Launig fiel die Laudation auf den langjährigen Rektor der Zellerauer Schule Oskar Vogel aus. Kein Wunder, denn vorgetragen wurde sie von Cornelia Boese, die ihrerseits für ihre Poesie 2005 mit dem Kulturförderpreis ausgezeichnet wurde. Vogel ist als Gründer der Zellerauer Kulturtage und ebenso beliebter wie begehrter Hobby-Schauspieler im Theater Chambinzky und an der Werkstattbühne bekannt. Aus Boeses gereimter Laudatio erfuhr man nun auch, dass der beliebte Pädagoge auch begeistertet Pianist und Sänger ist – ein kulturelles Multitalent also. Vogel seinerseits dankte allen, vor allem in der Zellerau, die seinen Weg begleiteten, „mit all diesen Menschen teile ich diese Medaille“.

„Sie haben eine höhere Taktfrequenz oder Schlagzahl als andere Zeitgenossen“, umschrieb Kulturreferent Muchtar Al Ghusain den kulturellen Tatendrang von Prof. Klaus Toyka und seiner Gattin Regine. Der Neurologe und passionierte Violinist gründete 1989, kurz nachdem er nach Würzburg berufen wurde, eine monatlich stattfindende Konzertreihe im Hörsaal seiner Klinik. 1993 führte er die Kammerkonzertreihe im Toscanasaal ein. Regine Toyka-Blum engagiert sich bei den „amicae artis“. Junge Musiker liegen den beiden besonders am Herzen, und so kommt es schon einmal vor, dass Toyka seine wertvolle Geige einem Musikstudenten für ein Konzert zur Verfügung stellt.

Über den Kunstverein kamen die beiden auch zur bildenden Kunst. So vermittelte Klaus Toyka einen wichtigen Sponsorenkontakt für die Aufstellung einer Skulptur von Herbert Mehler als Auftakt für einen Skulpturenweg am Alten Hafen.

Anerkennung des Engagements

Regina Toyka-Blum dankte für die gemeinsame Ehrung und damit „für die Anerkennung unseres kulturellen Engagements für diese Stadt“. Sie und ihr Mann könnten sich glücklich schätzen, dass sie in ihren jeweiligen Elternhäusern das Interesse für Kunst und Kultur vermittelt bekommen hätten: „Es ist uns ein großes Bedürfnis, von diesem Geschenk etwas zurückzugeben.“

„Verrückte“ – natürlich im positiven Sinn – seien die Künstler gewesen, die 1919 erstmals und 1946 zum zweiten Mal die Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens gründeten, sagte Gert Fricke, der Vorsitzende des Freundeskreises Kulturspeicher in seiner Würdigung der VKU. „Verrückte kann man nicht aufhalten“, so Fricke weiter, im Hinblick darauf, dass die VKU, die in diesem Jahr das Jubiläum „40 Jahre im Spitäle“ feiern kann, sich in den letzten Jahren stets weiter entwickelt habe. VKU-Vorsitzender Thomas Wachter witzelte, dass man schon darüber nachgedacht habe, einen Sportverein, am besten einen Schweinfurter, zu gründen, „weil Geld dann keine Rolle mehr spielt“.

OB Georg Rosenthal würdigte alle drei Preisträger als Personen, die etwas bewegen wollen, andere mitreißen können und in ihrem Engagement nicht locker lassen.

Musikalisch gestaltet wurde der Festakt vom Monteverdichor unter der Leitung von Matthias Beckert.


Autor: Karl-Georg Rötter