Monteverdichor: Ovationen wollten kein Ende nehmen

Rezension: Carl Orff: "Carmina Burana"

Carmina Burana in Neubaukirche begeistern

Zwanzig Sekunden atemlose Stille – und dann nicht enden wollende Standing Ovations: Es waren verdiente Bekundungen von tiefem Eindruck und großer Begeisterung, die das Publikum in der vollbesetzten Neubaukirche dem Monteverdichor Würzburg (weiland Ökumenischer Hochschulchor) und seinem Leiter Matthias Beckert wieder einmal zollte. Denn selten hört man Carl Orffs Carmina Burana auf so hohem Niveau.

Dies war vor allem dem hervorragend geprobten Chor zu danken, der wunderbar einheitlich und glanzvoll im Zusammenklang, gut balanciert, perfekt auf Schlag, dabei blitzsauber in wohlgesetzten Spannungsbögen sang, vom zartesten Frühlingstönchen bis hin zu monumentalen Fortepassagen, deren Eindringlichkeit den Hörern aller Sommerwärme zum Trotz Gänsehaut verschaffte. Beeindruckend auch die stets verständliche Artikulation der Sänger, die es in den oft rasant schnellen Chören des Werkes doch niemals aus der Spur warf.

Rasant ging es auch an den beiden Flügeln (Silke Hohnbaum und Martin Dombrowski), sowie beim Schlagzeugensemble Mainphilharmonie zur Sache; klanglich und musikalisch schön der Kinderchor des Matthias-Grünewald-Gymnasiums, den Christine Böhm bestens vorbereitet hatte.

Dazu erfreute die kurzfristig eingesprungene Sopranistin Chifumi Matsunaga mit geradezu instrumental geführten Höhen, meisterte Bariton Jens Hamann seine hohe und anstrengende Partie souverän und wohlgestaltet und zeigte Christian Rohrbach – von Haus aus Pianist und Dirigent –, dass ihm durchaus auch als (Counter-)Tenor eine hoffnungsvolle Karriere offenstünde. Alle wusste Matthias Beckert einerseits in ihrer Musizierlust noch zu begeistern, andererseits mit seinem klaren Schlag doch stets gut im Griff zu halten.


Aufnahme vom Konzertaben


Autor: Andrea Braun