Gleich vier Würzburger Premieren

Rezension: Weihnachtskonzert des Monteverdichors

Rekordverdächtiges Weihnachtskonzert: Fünf Stücke standen auf dem Programm dieses Abends mit dem Monteverdichor - und vier davon wurden erstmals in Würzburg aufgeführt. Das sprach wieder einmal für die mutige, innovative Programmgestaltung von Chorleiter Matthias Beckert jenseits von Messias und Weihnachtsoratorium, wie sie wenige andere Chöre wagen.

Und die ausverkaufte Neubaukirche bewies, dass man Chor und Dirigent in Würzburg offenbar so sehr vertraut, dass das Publikum auch bei Bruch, Wolf, Finzi, Debussy und Vaughan-Williams strömt. Zurecht übrigens. Auch diesmal stellte der junge Chor mit seinen geraden, an leisen Stellen fast mädchenhaften, aber sehr strahlkräftigen Sopranen, den weichen, präsenten Altstimmen, den etwas offen-jugendlichen, doch sicheren und kräftigen  Tenören, den warmen, beweglichen Bässen seine Qualitäten unter Beweis:

Höchste Konzentration und Präsenz, so dass Einsätze, Tempoübergänge, und dynamische Abstufungen problemlos gelangen; schöne Spannungsbögen, erstklassige Intonation, beste Artikulation. Kleine Tempowackler gab es gelegentlich in der Mainphilharmonie Würzburg, die jedoch ansonsten mit guter Homogenität und ausgezeichneter Balance erfreute - auch gegenüber dem virtuos flirrenden, schön gestaltenden Solisten Andreas Mildner in Debussys Harfenkonzert, und den Vokalsolisten.

Hervorragend unter diesen Barbara Bräckelmann, die mit ihrer runden, gut fokussierten, aber immer lockeren Altstimme viel Atmosphäre erzeugte. Ebenso intensiv Sopranistin Margriet Buchberger mit einer schlanken, strahlenden Stimme. Stark in kleiner Partie Tenor Robert Morvai; expressiv, schlank geführt, dabei kräftig und besonders in höheren Lagen sehr klangschön: Bariton Sven Fürst.



Pressefoto vom Konzertabend in der Neubaukirche: Die Präsidentin des bayerischen Landtags Frau Barbara Stamm, Herr Oberbürgermeister Georg Rosenthal, Herr Bürgermeister Dr. Adolf Bauer, der Vizepräsidenten des Bayerischen Musikrats Herr Peter Jacobi und die Vorständin des Richard Wagner Verbandes Würzburg Frau Margot Müller würdigten den hohen Wert der Kultur in der Stadt Würzburg.

Video vom Konzertabend:


Autor: Andrea Braun